Erntefeste – Bewerbung unter dem Dach des Touristikvereins kommt gut an
Seit vielen Jahrzehnten setzen sich die Ernte- und Heimatvereine der Region für den Erhalt eines uralten Brauchtums ein: Erntedankfeste. In 2010 feierten sie ihre Erntefeste zum ersten Mal unter der Führung des Touristikvereins. Die gemeinsame Vermarktung war so erfolgreich, dass die Vereine im Februar 2011 beschlossen, auch dieses Jahr wieder gemeinsam für ihre Veranstaltungen zu werben.
Gleiche Wurzeln, ähnliche Motive, verschiedene Wege
Selbst wenn die Ernte- und Heimatvereine ähnliche Ziele verfolgten, waren ihre Interessen durchaus unterschiedlich. So organisierte die „Gesellschaft Gemütlichkeit“ in Oberschönrath, gegründet nach der „Einweihung“ einer Fischteichanlage, nicht nur ihr Sommer- und Winterfest, sondern übernahm mit der Zeit auch die Durchführung des Erntefests. Der „Bröltaler Ernteverein“ bildete sich vor einem ganz anderen Hintergrund heraus: Durch den Verein sollten die damaligen Gemeinden Much, Marienberghausen und Ruppichteroth trotz religiöser Unterschiede bessere nachbarschaftliche Beziehungen entwickeln. Ein bemerkenswert moderner Ansatz, ist er doch interkommunal.
Doch Kooperation unter Vereinen ist auch heute noch nicht selbstverständlich. Dabei sollten alle voneinander lernen und profitieren – der Touristikverein lieferte dafür die Initialzündung.
Gemeinsame Planung, gemeinsame Vermarktung, gemeinsames Profil
Zusammenarbeit der Kommunen und der Bevölkerung vor Ort ist das erklärte Motto für die Weiterentwicklung der Region bergisch4 als touristisches Ziel. Der Touristikverein Bergischer Rhein-Sieg-Kreis hat deshalb im Frühjahr 2010 angeregt, die ortsgebundenen Veranstaltungen zum Erntedank zu bündeln und zu einem Markenzeichen der Region bergisch4 zu machen. Die Region soll ein Gesicht bekommen. Die Erntefest-Veranstalter waren interessiert, an diesem Prozess mitzuwirken.
Feste miteinander zu begehen, Gästen Einblick in bergisches Kulturerbe zu geben und wertvolles Brauchtum zu beleben, war das Ziel der gemeinsamen Anstrengungen. Auch wenn es heute immer weniger bäuerliche Betriebe gibt, ist die Identifikation mit der Region für die Einheimischen wichtig und Gäste erleben ein überraschendes Gefühl des Dazugehörens.
Das zielgruppengerechte Werbekonzept setzte auf verlässliche Partner. Plakate und Flyer wurden überregional vor allem im Gesundheits- und Lebensmittelbereich abgegeben: an Apotheken, Direktvermarkter, Bioläden, Gartencenter. Die Breitenwerbung z. B. über Tankstellen scheiterte häufig schon daran, dass sie ihre Fensterflächen frei halten müssen. Dadurch soll Diebstahl an der Tanksäule vorgebeugt werden. Traurig – aber wahr.
Im Laufe der Veranstaltungen ergaben sich wichtige Hinweise, was in 2011 noch verbessert werden kann. Wichtig ist, die Erntevereine haben sich in der gemeinsamen Kampagne wieder gefunden. Das Konzept der gemeinsamen Bewerbung hat sich bewährt. Die Vorbereitungen für die Erntefeste 2011 sind in vollem Gange – demnächst mehr auf diesen Seiten.

